Happy Days – Andrea Lehmann, Jiøí Petrbok und Lubomír Typlt
Praha, Nostický palác/ Nostiz Palais
6.09. - 10.10. 2005
In der Ausstellung Happy Days, Kurator Petr Vanous, waren drei Vertreter der zeitgenössischen figurativen Malerei vertreten – Jiøí Petrbok (1962), Lubomír Typlt (1975) und Andrea Lehmann (1975).
Die Ausstellung Happy Days verbindet in einer internationalen Besetzung über die ähnliche Thematik drei aussagekräftige Malerwelten.
Eine entwickelt sich aus dem tschechischen Kontext (J. Petrbok), die andere aus dem deutschen (A. Lehmann), und die dritte synthetisiert die beiden (L. Typlt).
Der Titel bezeichnet in ironischer Weise die Situation, in der die Werke entstanden sind. Die glücklichen Tage. Gibt es glückliche Tage, wenn der Autor über seine Existenz nachdenkt? Wenn er sich die hamletschen Fragen stellt? Wenn die Zeit mit Ironie die menschliche Begrenztheit als eine Falle betrachtet?
Das verbindende Thema der Bilder ist das Motiv des menschlichen Bewusstseins als Katalysator der komplexen Sinneseindrücke der Realität. Es wird nichts verschwiegen. Der Mensch wird keineswegs als ein vollkommenes Wesen auf dem Weg zu einer noch besseren Vollkommenheit und Fehlerlosigkeit gefeiert. Viel mehr werden seine psychischen und physischen Begrenztheiten betrachtet. Man sucht die Möglichkeiten seines Wachsens, und die verletzbaren Stellen werden entdeckt.
Bei dem ältesten der Autoren, Jiøí Petrbok, ist die Ebene seines Schaffens hinsichtlich seines Alters die am meisten synthetisierende und universale. Seine Bilder drücken die Personifikation der Spannung zwischen dem Bewusstsein und der physischen Prägung des Menschen aus. Generell kann man sie als widersprüchlich zu Körper und Seele charakterisieren.
Andrea Lehmann stellt mit ihrer Malerei einen Raum ihrer persönlichen Erfahrung dar. Durch dieses Medium kommuniziert sie mit der Umgebung und mit sich selbst. Sie bekennt ihre Faszination für die japanische Kultur (Manga), die Konsumgegenständlichkeit und auch für den "Überlebenskampf" in der Natur und der Konsumgesellschaft. Zugleich spürt man in den Bildern eine besondere Heimtücke. Ein Abstand, der die Autorin vor ihrer kritischen Integrität schützt. Sie verwendet oft in der gesamten Bildkomposition klaustrophobische Verkürzungen. Kurz: das Bild wird zu einer psychologischen Rekonstruktion der Situation.
Den Ausgangspunkt Lubomír Typlts Malerei kann man in der Utopie suchen. Von der absurden mechanischen Abstraktion gelangte der Autor über die existentiellen Motive toter Katzen und funktionsloser Gegenstände zu der Synthese oder Konfrontation der Utopie mit der Unversöhnlichkeit und der ironischen Betrachtung des menschlichen Strebens. Typlts gegenwärtige Malerei mit den kontinuierlich frei gewählten Themen kann man eindeutig charakterisieren: die Suche des Weges als der Sinn des Schaffens.
Ausstellungskurator: Petr Vaòous.
Die Suche des Weges als der Sinn des Schaffens.
Lubomír Typlt (1975)
Absolvierte neben den tschechischen Kunstakademien (VŠUP, Prag, Prof. J. Šalamoun; FaVU, Brünn, Prof. J. Naèeradský) auch die Kunstakademie in Düsseldorf (Prof. M. Lüpertz, Prof. G. Merz, Prof. A. R. Penck). 2004 wurde er Meisterschüler bei Prof. A. R. Penck. Typlts Malerei hat zwei Ebenen – eine kritische, die auf die symbolische Figur gerichtet ist, und eine konstruktive (mechanische), die sich auf der Ebene der Utopie bewegt.
In den letzten Arbeiten synthetisiert der Autor beide Pole auf einer Ebene. Es kommt so zu einer visuellen Begegnung zweier unterschiedlicher Ausdruckswelten, die sich auch außerhalb der Malerei abspielen – in seinen Installationen. Der Autor verbindet manche seiner älteren Themen, und durch Konfrontation schafft er eine neue, sinnvolle Verbindung. Formal wird der Hang zur expressiven großformatigen Figuration mit einer starken inhaltlichen Ausdruckskraft aufgezeichnet. Er schafft allegorische Figuren, die sich in einer ausgeliehenen Rolle an der Grenze zwischen Ernsthaftigkeit und Lächerlichkeit (Angry Henry, Pinocchio, Alchimist) befinden.
Kurator:
Mgr. Petr Vaòous
e-mail: nous.v@centrum.cz